Aktuelle Beiträge

Birgit Heinermann,
Lustlose Mitarbeiter drücken den Umsatz
Demotivierte Mitarbeiter kosten die deutsche Wirtschaft Milliarden. Schuld an der mangelnden Produkt... weiterlesen >

Demotivierte Mitarbeiter kosten die deutsche Wirtschaft Milliarden. Schuld an der mangelnden Produktivität ist meist eine überholte Führungskultur, die das Potential von Mitarbeitern und Führungskräften nicht zu schätzen und zu nutzen weiß.

Die Zahlen des Gallup-Engagement-Index sind seit Jahren gleich erschreckend: 70 Prozent der Mitarbeiter haben eine geringe Bindung an ihren Arbeitgeber und befinden sich in der innerlichen Kündigung. Die Folgen sind für Unternehmen schwerwiegend. Denn in einer solchen Arbeitskultur entfalten Mitarbeiter kaum ihr vorhandenes Potential, sondern machen Dienst nach Vorschrift, übernehmen keine Verantwortung und entwickeln schon gar nicht proaktiv Ideen und Innovationen, die ein Unternehmen braucht, um im harten Wettbewerb zu bestehen. Gallup beziffert den wirtschaftlichen Schaden frustrierter Mitarbeiter und Führungskräfte für die deutsche Industrie auf 73 bis 95 Milliarden Euro.
Maßgeblich für die schlechte Stimmung in Unternehmen ist eine Führungskultur, die auf starren Hierarchien, Herrschaftswissen oder gar Angst basiert und so gar nicht zeitgemäß mehr ist. Ein Grund dafür ist, dass viele Führungskräfte aufgrund von Know-how und Erfahrung in führende Positionen gehoben werden. Die meisten haben aber nur wenig Qualifikation darin, Mitarbeiter so zu führen, dass diese ihre Talente optimal entfalten und eigenverantwortlich zum Wohle des Unternehmens agieren können. Stattdessen wird die Intelligenz der Mannschaft reduziert auf wenige Köpfe in den Führungsetagen und die Mitarbeiter fühlen sich nicht genug wertgeschätzt. Was zu Verhaltensweisen wie im Kindergarten führt – selbst von gestandenen Akademikern. Befindlichkeiten, Trotzreaktionen und Frustration gehen aber auf die Arbeitsproduktivität. Stattdessen suchen sich die Mitarbeiter außerhalb ihres Arbeitsplatzes Herausforderungen. Viel gravierender ist jedoch, dass Unternehmen durch eine schlechte Arbeitskultur ins Trudeln geraten können, weil sie nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind. Viele liebgewonnene Gewohnheiten, mit denen sowohl Angestellte als auch Führungskräfte im Job sozialisiert wurden, passen heute nicht mehr in die Zeit wie etwa die stündlichen Rauchpausen. Doch diese Rituale können ebenso wie Motivationsprobleme nur geändert werden, wenn die Führungskräfte aktiv entgegensteuern. Das A und O dabei ist natürlich, solche Gruppendynamiken zu erkennen und die Teams bei Veränderungsprozessen bewusst mitzunehmen. Einbinden, offen kommunizieren und sich selbst so verhalten, wie man es sich von den Mitarbeitern wünscht, ist dabei die Formel zur positiven Veränderung der Arbeitskultur.