Zurück ins Büro – warum es wichtig ist, dass es wieder eine Balance zwischen Remote Work und Präsenz im Büro gibt

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Ende Juni entfällt die Homeoffice-Pflicht und gibt damit den Startschuss, dass Arbeiten im Büro wieder möglich ist. Nach 18 Monaten dauerhafter oder teilweiser Remotearbeit ziehen die Unternehmen Bilanz und es war nicht alles Gold was glänzt, wie uns die Medien unter dem #NEW WORK oftmals glauben machen wollen.

Eine Folge, die das dauerhafte Arbeiten im Homeoffice mit sich gebracht hat, ist bei vielen Mitarbeitern der Verlust ihres Drives. Durch das Arbeiten von zuhause aus war es nicht immer möglich, den Anschluss zu halten. Manager klagen ebenfalls darüber, dass sich ihre Organisationen in den letzten 18 Monaten inhaltlich kaum weiterentwickelt haben und es fachlich wie methodisch einiges aufzuholen gibt. Sie befürchten mit der Dynamik im Markt nicht Schritt halten zu können, wenn die Mitarbeiter weiterhin im Homeoffice bleiben, denn die Kreativität und Innovationskraft in den Teams habe stark nachgelassen. Es wird also höchste Zeit, dass die Mitarbeiter wieder ins Büro kommen – zu ihrem eigenen Wohl und zu dem des Unternehmens.

 

Inspiration gelingt nicht virtuell – wenn Rituale fehlen

Insbesondere Teams in hochdynamischen Umfeldern, die von Inhalten und Neuentwicklungen leben, brauchen den direkten Austausch. Inspiration kann nur bedingt virtuell stattfinden, besonders dann nicht, wenn die Organisation das erste Mal in dieser Intensität remote arbeitet und die dadurch entstehenden Herausforderungen nicht gewohnt ist. Meine Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass die Mitarbeiter im Homeoffice zunächst gefordert waren, sich selbst zu organisieren. Teilweise fehlte es an technischer Ausstattung wie zum Beispiel Druckern, um effizient zu arbeiten und auch gewohnte Rituale, die dabei helfen in den Arbeitsmodus zu schalten, waren mit einem Mal nicht mehr gegeben. Ein weiterer Punkt, der die Arbeit im Homeoffice erschwert ist, dass der direkte Austausch mit Kollegen fehlt – sich mal eben zu einem Thema eine andere Perspektive holen, ist ohne weiteres nicht möglich. Im Gegensatz zu Routinetätigkeiten musste zuhause bei konzeptioneller Arbeit zunächst ein Umfeld geschaffen werden, das fokussiertes und kreatives Arbeiten überhaupt ermöglicht.

 

Küchentisch vs. inspirierender Workspace

Unternehmen investieren heute massiv in eine inspirierende Arbeitsumgebung – Google und Facebook machen es vor und viele andere ziehen nach. Neue Farbkonzepte und eine individuelle Raumgestaltung werden nicht gewählt, weil sie im Trend liegen, sondern weil Forschungen zum Beispiel von Innenarchitekten und Arbeitspsychologen sowie eigene Erfahrungen zeigen, dass diese Art der Officegestaltung anregend ist und hilfreich ist, um sich zu fokussieren. Gleichzeitig wird ein Umfeld geschaffen, in welchem Mitarbeiter ermüdungsfrei Konzepte, Kreationen und Innovationen entwickeln können. Moderne Workspaces dienen nicht dem Selbstzweck, sondern sorgen dafür, dass sich Mitarbeiter wohlfühlen, frei denken, ihr Potenzial ausschöpfen und somit auch das Unternehmen nach vorne bringen. Im Homeoffice bleibt manchmal nur der Küchentisch – gelegentlich sicher eine gute Abwechslung zum Büro, aber dauerhaft schwächt der immer gleiche Blick die Performance und vor allem die eigene Entwicklung.

 

Virtuelle Führung – wenn Mitarbeiter „verloren“ gehen

Viele Führungskräfte hatten bis zu Zeiten von Corona keine Erfahrung, ihre Mitarbeiter virtuell zu führen. Noch größer wird jetzt die Herausforderung, wenn ein Teil der Mitarbeiter im Büro ist und ein Teil remote arbeitet. Schnell ist es passiert, dass man vergisst, die Mitarbeiter im Homeoffice über das ein oder andere Thema zu informieren, das man mit den Kollegen vor Ort zwischen Tür und Angel besprechen kann. Wenn es um Weiterentwicklung und die Übernahme von spannenden Projekten geht, verlieren in ungeübten Organisationen die Kollegen im Homeoffice und gehen einfach „verloren“.

 

Reife Organisation – langfristig Denken

Um aus beiden Welten (Office und Homeoffice) das Beste für das Unternehmen, aber auch für den Mitarbeiter herauszuholen, braucht es eine reife Organisation. Investieren Unternehmer oder Executives nicht an dieser Stelle, verlieren sie Performance und Momentum und im schlimmsten Fall sogar Mitarbeiter, da diese unzufrieden sind. Die überall zu lesenden und zu hörenden Berichte, wie toll während Corona alles geklappt hat, sind nur Momentaufnahmen und vernachlässigen, wie es mittel- und langfristig weitergehen soll. Durch das ausschließliche remote Arbeiten haben die Performance und Entwicklung von Unternehmen gelitten – Großunternehmen können das noch eine Weile wegstecken, kleinere oder der Mittelstand haben die negativen Auswirkungen schon längst gespürt oder werden diese bald spüren.                                                                                             

Jeder Personalverantwortliche sollte daher kritisch hinterfragen, wo sein Team steht und was aus seinen Leistungsträgern geworden ist. Die Wirtschaft hat längst wieder Fahrt aufgenommen und verlangt in vielen Branchen nach ganz neuen Konzepten. Wollen Sie wissen, wie diese Konzepte aussehen, dann vereinbaren Sie gerne einen Termin mit mir und lassen Sie uns darüber sprechen.